Ramadan Moubarak!

Liebe Freunde und Freundinnen, Follower, zufällig Vorbeigekommene oder einfach nur Lesende, euch allen wünsche ich einen fröhlichen Ramadan!

Egal ob ihr fastet oder nicht, muslimisch, christlich, jüdisch, atheistisch seid, ich wünsche euch eine schöne Zeit.
(okay, der Reim war unbeabsichtigt)

Den heiligen islamischen Fastenmonat in einem muslimischen Land mitzuerleben, erfüllt mich mit unglaublicher Neugier und Spannung. Mich hätte es kaum besser treffen können, ich wollte etwas erleben, das ich noch nie gesehen, noch nie erlebt habe und gestern hab ich mich gefühlt wie ein kleines Kind zu Weihnachten.
Gestern hat der Ramadan hier angefangen und wird noch dreißig Tage andauern. Ich faste auch mit – um die Erfahrung zu machen und noch tiefer in die Kultur einzutauchen. Zudem gefällt mir der Gedanke des heiligen Monats, einen Monat lang gottestreu sein, gut zu seinen Nächsten sein und sich dem bewusst werden, was im Leben wirklich wichtig ist.

Natürlich verstärkt sich ohne das obligatorische Stück Schokolade am Morgen, Mittag oder Zwischendrin auch manchmal das melancholische Zurückdenken an Zuhause und das Vermissen vieler lieber Menschen, doch so lerne ich vielleicht auch, genau diese Menschen mehr zu schätzen anstatt das Stück Schokolade mit der enthaltenen Aminosäure Tryptophan, bei deren Abbau in unserem Körper eine geringe Menge Serotonin entsteht, die unsere Laune vielleicht ein bisschen hebt.

[Ich wollte eigentlich von Glückshormonen und Schokolade reden und dachte dann „Moment Mal, was genau schüttet Schokolade aus?“ Tadaaa: eigentlich macht Schokolade eher glücklich durch die damit verbundenen schönen (Kindheits-) Erinnerungen, denn Serotonin entsteht auch beim Abbau des Tryptophans in anderen eiweißhaltigen Lebensmitteln. Und da dieser Fakt irgendwie so unglaublich cool war und ich euch keinen Mist andrehen möchte, dachte ich, ich erläutere das mal.]

Wo war ich? Naja, nun habe ich also schon meinen ersten offiziellen Fastentag hinter mir (inoffiziell den dritten, weil ich schon vor zwei Wochen zweimal probiert habe, zu fasten) und bin mitten im Zweiten. Hunger hatte ich gestern eigentlich nicht, als ich zu einer Kollegin zum Fastenbrechen kam, eher Durst, aber das war nach dem Sonnenuntergang auch mit ein paar Gläsern Wasser, unglaublich leckeren frisch gepressten Zitronensaft und Erdbeersmoothie und natürlich marokkanischen Tee behoben. Ich war sehr glücklich über diese Einladung zu meinem ersten Ftour/Iftar, also „Frühstück“ in einer marokkanischen Familie. Aus Ermangelung eines kleinen Gastgeschenkes half ich so gut es ging in der Küche mit und schlug damit auch nochmal anderthalb Stunden Zeit tot. Das Essen auf dem Tisch häufte sich, über Chebakia und Datteln, Ei und Harira bis hin zu Msemen, Brot, Fisch, kleine, mit Fleisch gefüllte Teigtaschen, Honig, Salat, Früchte und Pudding als Dessert.
Ich hab am Anfang gar nicht so viel herrunterbekommen, aber als ich dann viel zu viel gegessen habe und kugelrund auf dem Sofa meiner Gastgeber lag, nachdem wir viel geredet und gelacht hatten, beschlich mich die Müdigkeit.
Ich wurde mit vollem Magen nach Hause gefahren, in meiner zweiten Ramadannacht. Laternenlicht beleuchtete die Straßen und viele Leute waren noch unterwegs, auch Cafés geöffnet. Ein bisschen erinnerte es mich an die Rückfahrt nach Hause von meinen Großeltern zu Weihnachten. Und so beschlich mich schon am ersten Tag irgendwie das wohlige Gefühl einer vertrauten Tradition.

Inzwischen wurde ich übrigens fürs Wochenende und Anfang nächster Woche auch noch mal für ein gemeinsames Fastenbrechen mit anderen Leuten eingeladen und ich freu mich jetzt schon drauf, doch ich seh mich jetzt schon wieder vollgestopft mit guten Sachen auf den typisch marokkanischen Sofas liegen und verdauen.

Damit ganz liebe Grüße nach Hause und nochmal Ramadan Moubarak!

Ein Kommentar zu „Ramadan Moubarak!

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